Schnorcheln, Sunsets, Game of Thrones
- Henning Busse
- 26. Mai 2025
- 3 Min. Lesezeit

Endlich Zeit, Quatsch zu machen und dabei die kroatische Küstenlinie zu genießen.
Bosnien und Herzegowina haben wir mit eindrucksvollen Bildern hinter uns gelassen, um nun die Strandkulissen kleinerer Dörfer und größerer Städte zu erleben. Dazu befahren wir die sich eng auf- und abschlängelnden Küstenstraßen im Süden Kroatiens – mit der Vorfreude auf ein paar Tage Erholung, voll von Sonne, Salzwasser und Abendrot. Urlaub auf Reisen.
Lieblingsbeschäftigung: Herumblödeln und Entdeckertouren.
Wir sammeln wohl jahrhundertealte Mosaiksteine und bauen damit den versunkenen Schatz des sagenumwobenen Fliesentischs von Atlantis nach – reden wir uns ein. In Wahrheit sind es ganz sicher nur angespülte, kaputte Fliesen der letzten Jahrzehnte.Beim Schnorcheln erkunden wir verwunschene Fischarten und Unterseemonster, üben unsere überlebenswichtigen Handstand-Skills und bewundern fast jeden Abend die purpurroten Sonnenuntergänge.
Nebenbei entdecken und erkunden wir einen "abandoned place" – ein riesiges, direkt am Meer gelegenes, rundes, mehrstöckiges Bauwerk, umgeben von großen Bäumen. Ausgestattet mit Marmorböden, Natursteinwänden und einzelnen Apartments, großen Terrassen und geschwungenen, weitläufigen Aufgängen.Völlig verlassen, aktuell nur von Rollerskatern genutzt und scheinbar von Zeit zu Zeit von Graffitikünstlern umfunktioniert. Wir finden heraus, dass dies einst eine Lungenheilanstalt für Kinder kroatischer Militärangehöriger war – und sind verwundert, dass dieser besondere Bau noch nicht in ein Luxushotel verwandelt wurde.
Die schönen Tage verlaufen hier etwas ruhiger. Mehr Urlaub als Reise.Und da die touristische Sommersaison in Kroatien noch nicht begonnen hat, freuen wir uns, nur wenigen anderen Reisenden zu begegnen. Kein Streit um den schönsten Sonnenplatz im Restaurant, kein Gedränge am Strand. Herrlich.
Einzig unser Ausflug nach Dubrovnik, der Game-of-Thrones-Hauptstadt , zeigt uns schon jetzt, was sich hier in wenigen Wochen wohl überall um ein Vielfaches gesteigert abspielen wird.
Die ins Meer gemauerte Altstadt – bei der wir sofort verstehen, warum hier eine der bekanntesten Serien rund ums fiktive Mittelalter gedreht wurde – ist schon jetzt gut besucht. Reisebusse und Kreuzfahrtschiffe entladen unzählige Menschen in die engen Gassen und auf den massiven Festungswall der Stadt.
Die hochgemauerten, gelb-orangen Steinhäuser mit Terrakotta-Dachziegeln, die gesamte Festungsanlage mit unbezwingbarer umlaufender Mauer samt Bastionen am Meer, die großen barocken Kirchen mit ihren Halbrund-Kuppeln, die Hanglage am Hafenbecken und das ständige Gurren der Tauben machen die südlichste Großstadt Kroatiens zur Attraktion. Alles passt hier stimmig zusammen und versetzt einen tatsächlich in eine andere Zeit. Schon beim Durchschreiten der Gassen fühlen wir uns, als könnte die Drachenkönigin selbst hinter jeder Mauerbiegung auf uns warten. Doch keine Lannisters, Targaryens oder Starks in Sicht.
Dafür entdecken wir – völlig unscheinbar – hinter einer winzigen Öffnung in der Stadtmauer den wohl schönsten Basketballplatz, den ich je gesehen habe. Eingebettet in die Altstadtmauern und hoch thronend mit Blick über die gesamte Mittelalterkulisse, schnappen wir uns einen Ball mit zu wenig Luft und werfen ein paar Körbe. Auch das: spielfilmreif.
Eine weitere Festung erklimmen wir im Anschluss in Kotor (Montenegro).
Eine kleine Stadt an einer großen Meeresbucht – mindestens genauso idyllisch, mit verschlungenen Gassen und gut erhaltenen Häusern am Hang gelegen, aber doch deutlich kleiner als Dubrovnik – versprüht diese Stadt ihren ganz eigenen Flair. Und die Anreise ist für uns spektakulär.
Da wir am anderen Ende der Bucht unser Camp aufgeschlagen haben, in dem wir morgens mit Kuchen und Kerzen noch Dominiks Geburtstag feiern, lassen wir uns vom lokalen Fährmann etwa eine Stunde lang auf einem Boot – gerade groß genug, um uns über Wasser zu halten – über die gesamte Bucht nach Kotor schippern. Abenteuerlich, zumal uns die Wellen der Speedboote fast zum Kentern bringen. Aber wir vertrauen dem Seemann, der uns erzählt, dass all seine Vorfahren auf oder von der See gelebt haben und es seine Tradition sei, dies fortzuführen. Es sei uns recht – solange wir nicht mit ihm untergehen. Doch wir kommen unbeschadet sowohl hin als auch wieder zurück.
Im Hafenbecken der kleinen Stadt lag schon das Kreuzfahrtschiff der MSC, das wir auch in Dubrovnik gesehen hatten – oft kein gutes Zeichen, da hier auf einen Schlag direkt 3.000 Menschen die Stadt stürmen. Und Kotor ist wirklich klein. Wider Erwarten war es aber nicht überlaufen, und so stärkten wir uns im lokalen Restaurant vor dem Aufstieg zur Festungsanlage, 300 Meter über der Stadt.
Da wir nicht den Haupt-, sondern einen Nebenweg genommen haben, mussten wir am Ende der Strecke durch eine Schießöffnung in der Festungsmauer klettern, um auf das Gelände zu gelangen. Auch das: ein letztes kleines Abenteuer zum Abschluss.
Wir haben die Tage, die Sonne und die Küstenlinie des Landes sehr genossen – und haben doch schon wieder neue Abenteuer im Kopf. Das nächste wird deutlich anstrengender – und wir finden uns stapfend im Schnee wieder.
Wo genau? Bleibt gespannt.







































































Tolles Wetter, tolle Kulisse, tolle Menschen - Reisen bildet …..
Möge der Herrgott immer ein wachsames Auge auf euch haben und euch noch viele schöne Erlebnisse bescheren.
Die Welt kann so schön sein ….🌞😎
Ein sagenumwobener Fliesentisch, verwunschene Fische und hochthronende Blicke.
Wir freuen uns sehr über dein Science-Fiction-Abenteuer
🤭