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Peloponnes & Inselpoesie – Eine Liebeserklärung an Kefalonia

Das klassische Setup: Campen mit Dachzelt auf einer Anhöhe entlang der Küstenlinie - Badehose und Handtuch immer griffbereit.
Das klassische Setup: Campen mit Dachzelt auf einer Anhöhe entlang der Küstenlinie - Badehose und Handtuch immer griffbereit.

Die Metropole Athen im Rückspiegel, Entspannung im Süden und Inselliebe voraus. Für mich und meine Schildkröte geht es weiter – vorbei an weiten Feldern und über die Berge der Halbinsel Peloponnes, dem südlichsten Festland Griechenlands. Eine wunderschöne Strecke: ruhig, kurvenreich und fernab vom Trubel.


Auf dem Weg zu meinem nächsten Ziel halte ich an einer kleinen Oase in einem verschlungenen Tal. Versteckte Wasserfälle und türkisfarbene Becken voller glasklarem Bergwasser laden zum Baden ein. Alles ist eingebettet in Grün – Grün in allen Schattierungen, soweit das Auge reicht. Eine Abkühlung, ein Sprung ins Nass: bei heißen 36 °C eine wahre Wohltat.



Doch lange verweile ich hier nicht, denn mein Ziel heißt Pylos – eine kleine, geschichtsträchtige Hafenstadt, eingebettet in die weite Navarino-Bucht. Hier habe ich mich mit Annika und Oliver verabredet – Freunde aus Wittenberg bzw. Leipzig, die gerade ihren Urlaub genießen und selbst längst dem Zauber der Halbinsel erlegen sind.


So ein schöner Zufall, so perfektes Timing. Ich freue mich riesig, bekannte Gesichter zu sehen – gemeinsam schlendern wir an der Hafenpromenade entlang, lassen den Blick übers Wasser schweifen, genießen ein herrlich leckeres Abendessen direkt am Meer und philosophieren über die Schönheit Griechenlands. Der Wein mundet, die Stimmung ist leicht, das Lächeln echt. Leider reisen die beiden schon am nächsten Tag zurück nach Athen – und so bleibt uns nur dieser eine gemeinsame Abend. Ich freue mich schon jetzt auf unser Wiedersehen in Leipzig, um all die gesammelten Geschichten in Ruhe zu teilen.


Geschichten gibt es auch rund um die Navarino-Bucht bei Pylos – allen voran die berühmte Seeschlacht von 1827, die hier stattfand. Sie war ein entscheidender Wendepunkt im griechischen Unabhängigkeitskrieg: Nach Jahren des Aufstands konnte Griechenland sich in Folge dieses Ereignisses vom Osmanischen Reich lösen.


Etwas nördlich der Bucht habe ich mir einen Platz zum Übernachten gesucht – mit traumhaftem Blick auf den einzigartigen, omega-förmigen Strand von Voidokilia. Mein Frühstück am nächsten Morgen, direkt neben der kleinen Kirche auf der Anhöhe, war ein echtes Festmahl – einfach, aber mit Aussicht satt.


Hoch über der Bucht liegen die Höhle des Nestor und eine alte Burganlage, die ich beide zu Fuß erkundet habe. Um diesen Ort ranken sich uralte Mythen: Der mächtige König Nestor soll hier einst seine gestohlene Viehherde versteckt haben – verborgen zwischen Fels, Legende und Meerblick.



Doch trotz Mythen und Sagen des Festlands zieht es mich weiter – zur großen Autofähre nach Kyllini, um von dort die wunderschöne Insel Kefalonia zu erkunden. Und hier, das kann ich mit Gewissheit sagen, habe ich wirklich mein Herz verloren. Ein paar der schönsten Tage meiner ganzen Reise verbringe ich auf diesem Stück griechischer Glückseligkeit.


Wieder einmal werde ich herzlich empfangen – diesmal von Freunden, die bereits das Inselleben in vollen Zügen genießen. Kaum angekommen, treffe ich Aliza und Sarah an einem der zahllosen kleinen Strände. Die beiden liegen entspannt in der Sonne, halb im Sand, halb im Wasser, mit Schnorchel und Salz auf der Haut – ganz in ihrem Element.

Zur Begrüßung habe ich eine gekühlte Flasche Wein im Gepäck – allerdings mit Korken und, wie sollte es anders sein, ohne Korkenzieher. Klassisch. Aber keine Sorge: Auch das lässt sich mit ein wenig Improvisation meistern – und Wein sollte auf dieser Insel ohnehin keine Mangelware bleiben. Ein guter Anfang für ein paar unvergessliche Tage.


Die beiden haben mich liebenswerterweise sogar bei sich aufgenommen und mich in ihrer kleinen Finca übernachten lassen – inklusive echter, warmer Dusche. Ein kleines Stück Luxus auf Reisen! Tausend Dank für eure Herzlichkeit und Gastfreundschaft – ihr habt meine Reise mehr als nur versüßt.


Das absolute Highlight des Inselgefühls kam dann am nächsten Tag: eine ganztägige Bootstour entlang der Küste Kefalonias. Acht Stunden tuckerten wir übers Wasser, begleitet von guter Musik, noch besserer Laune – und nicht zu vergessen: jeder Menge Wein for free. Wir steuerten einsame Buchten an, sprangen ins kühle Blau vom hohen Bootssteg, ließen uns einfach treiben, lachten viel und genossen einfach diesen perfekten Sommertag. Die Stimmung und die Crew an Bord - großartig. Wir - entspannt und voller Lebensfreude. Es gab leckere Moussaka, eisgekühlten Freddo Cappuccino und Sonnenstrahlen satt. Und als wäre das nicht genug, tauchten irgendwann sogar Delphine auf und begleiteten eine Weile unser Boot – als hätten auch sie gespürt, wie gut es uns ging. Just in love.



Am Abend genießen wir Selbstgekochtes auf der Terrasse – und Sarah übertrifft sich dabei selbst. Bei Wein und Kerzenschein sitzen wir noch Stunden zusammen, erzählen über dies und das, lachen viel und lassen die Zeit einfach dahinfließen. Die Sommerabende sind hier wunderbar warm, die Nächte eigentlich zu heiß – und trotzdem möchte man diesen Ort einfach nicht verlassen.


Doch wie alles Schöne geht auch dieser Inselabschnitt irgendwann zu Ende. Nach ein paar Tagen voller Sonnenglück, türkisblauer Buchten, atemberaubender Strände – allen voran der spektakulär gelegene Myrtos Beach – und den Sonnenuntergängen, an denen man sich nicht satt sehen kann, heißt es Abschied nehmen.


Ein letzter Blick auf Argostoli, die größte Hafenstadt der Insel, mit ihrer charmanten Promenade, die über statt neben dem Wasser verläuft. Dann geht es zurück zur Fähre – zurück aufs Festland. Aber ein Teil von mir bleibt hier – irgendwo zwischen Wellenrauschen und Inselliebe.



Und weil mir diese Insel und all die schönen Momente noch lange im Herzen nachklangen, hier eine kleine Ode an Kefalonia:



Ein Inselgedicht auf Reisen


Bei Sonnenschein und Abendrot,

die Wellen flüstern leise.

Dein Küstenglanz im warmen Licht,

dein Angesicht ziert meine Reise.


Der Wind erzählt von alten Tagen,

von Göttern, die sich hier einst trafen.

Die Straßen tänzeln, wild und frei,

durch Berg und Bucht am Meer vorbei.


Wir bleiben, wo die Kiefern stehn,

und lassen uns vom Wind verwehn.

Wein und Genuss im Überfluss,

du bist für mich der Sommerkuss.


Ein Sprung ins Meer, vom Boot ins Blau

Delfine nah, sie spüren genau,

dass diese Liebe, geheim und rein,

so endlos ist wie Sonnenschein.


Am Abend dann, beim Glas voll Wein,

es duftet nach dem Inselsein,

schmeckt deine Nähe Salz und Glut

mein Herz schlägt laut, mein Herz schlägt Mut.


Kefalonia, du Traum aus Licht und Luft,

voll Schönheit, Land und Meeresduft.

Solang die Winde über dich ziehn,

wird auch mein Herz bei dir verblühn.


Nun muss ich dich von ferne sehen,

doch hoff ich still aufs Wiedersehen.

Die Sehnsucht bleibt – so klar, so schön,

wie Wellen, die nie stille stehn.



Ob es noch mehr Anlässe für Poesie entlang der nächsten Reisetage gibt?

Bleibt gespannt.

 
 
 

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