Die Suche nach dem Schatz am Ende des Regenbogens & hinter den Vorhängen der Wasserfälle.
- Henning Busse
- 15. Mai 2025
- 3 Min. Lesezeit

Regen, Sonne, Regen, Regen, Regen. Überall ist Wasser – oben, unten, seitwärts.
Die gute Nachricht: Das Dachzelt hält dicht! Die schlechte: Mehrere Regentage in Folge schlagen aufs Gemüt. Aber wir machen das Beste daraus und lassen uns nicht beirren. Denn wir haben ein größeres Ziel vor Augen – die Suche nach dem Schatz, der sich wohl hinter Wasserfällen oder am Ende des Regenbogens vor uns versteckt.
Wir überqueren auf der Suche wagemutig die Grenze nach Bosnien und Herzegowina und sollten hier auf sehr viele tierische Entdeckungen treffen. Direkt hinter der Grenze warten schon unzählige streunende Straßenhunde rastlos auf uns – als ob sie den Grenzverlauf der Staaten genau kennen und respektieren würden. Ab hier sehen wir Hunde, Hunde, Hunde: hinter jeder Straßenecke, in jedem Dorf, mitten im Wald. Doch das sollten nicht die einzigen tierischen Begegnungen bleiben.
Vielleicht bewachen die fünf großen Braunbären im Bärenauffanglager die fette Beute? Doch wir finden nichts. Anfangs noch Gelächter beim Abendessen versprühend, rauben uns die dicken und nachts sehr lauten Kröten im Camp „Šefik“ zusammen mit dem Regenpflatschen die Nerven.
Aber wir sind willensstark. Auch die schiere Menge selbstgebrannten Honigschnapses und der matschig aufgeweichte Boden halten uns nicht ab, die Suche nach dem Schatz entlang des Wasserfallpfades fortzusetzen.
Im Nationalpark Una wandern wir entlang des in grün-türkis gefärbten Flusslaufes zu einem der schönsten Fälle – aber auch hier: kein Schatz gefunden.
Vielleicht werden wir in Jajce fündig – der Stadt, in der der Wasserfall das Wahrzeichen ist. Doch enttäuschend: nur noch mehr Regen. Wir schlagen unser Camp samt Tarp auf, um einigermaßen trocken zu bleiben, und beschließen, die Suche am nächsten Tag fortzusetzen.
Und da bekanntermaßen das Glück der Erde auf dem Rücken der Pferde liegt, ändern wir unsere Taktik: weg von den kristallklaren Bachläufen und Wasserschnellen hin zur Hochebene „Jezerce Kruzi“ oberhalb der Stadt Livno, welche mit ihrer markanten weißen Kirche – von oben betrachtet – ein Schmuckstück im weiten Nichts ist.
Die Hochebene, auf der noch wilde Pferde leben, die hier einst ausgesetzt wurden, ist nur mit einem Allradfahrzeug und ordentlich Bodenfreiheit zu erreichen. Steil und steinig kämpfen sich unsere Motoren hinauf. Stefan und Steffi kommen hier nicht mit. Zusammen mit Dominik und Annika schleichen die Autos langsam im ersten und zweiten Gang über die Schotterpisten, die matschigen Wiesen, die tiefen Schlaglöcher und rauen Steine. Der Unterbodenschutz ist hier Gold wert. Es kracht und knarzt doch das ein oder andere Mal.
Wir sind schon einige Stunden unterwegs. Keine Pferde in Sicht – nur immer wieder kleine Regenschauer, die wahlweise das Auto bei offengelassener Scheibe fluten oder die teils tiefen Löcher verstecken, die unsere Autos an ihre Grenzen bringen.
Und dann doch – die Hoffnung schon fast aufgegeben – entdecken wir nach unserer Camper-Kaffeepause, mit strahlender Freude im Gesicht, eine wilde Herde wunderschöner Vierbeiner hinter einem Hügel.
Fohlen, alte Hengste, wirre Mähnen. Auf weit über 1000 m Höhe und in einer kargen, weitläufigen Umgebung fragen wir uns, wie diese mächtigen Tiere hier eigenständig überleben können. Das ganze Erlebnis dort oben, abgeschieden von allem, stellt für uns ein Highlight der bisherigen Reise dar.
Am Ende der Tage haben wir kein Gold – und doch unseren Schatz gefunden.
Die Natur: das glasklare Wasser, die Farben der Flüsse, die wilden Pferde, die weite Landschaft über den Wolken.
Wir vergessen den Regen und fahren in der Abendröte zur Seenlandschaft bei Šćit. Wir campen hier wild, direkt am Wasser, und fühlen uns wohl. Der nächste Morgen begrüßt uns mit einer Aussicht, die ihresgleichen sucht – und wir wissen: Die nächsten Tage werden wärmer, sonniger und städtischer.
Also bleibt gespannt.













































































Der erste Satz klingt fast wie aus dem Oscar-prämierten Meisterwerk „Forrest Gump“, in dem eben jener ergänzt: „Und manchmal schien es sogar direkt von unten zu regnen.“ Quasi wie an einem Wasserfall. 💦
Ich liebe Deine Impressionen und auch, dass immer mal wieder der ein oder andere Schnaps erwähnt wird… 😂